Coronakrise

Gemeinsam durch die Krise

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

liebe Mitglieder und Freunde der BuG,

zum Anfang der Woche wurde der Lockdown etwas gelockert, nachdem die verordneten Maßnahmen zunächst die gewünschte Wirkung gezeigt haben. Allerdings ist diese Entwicklung noch nicht gefestigt, die Reproduktionszahl, einer der wichtigsten Indikatoren für die Eindämmung der Epidemie, lag am Montagabend in Ba-Wü bei 0,6 – bundesweit im Schnitt aber schon wieder bei 0,9 – angestrebt ist ein Wert < 0,3.  Insofern ist es nachvollziehbar, dass unsere politische Führung erstmal vorsichtig optimistisch ist. Jedenfalls ist das in Baden-Württemberg und im Bund der Fall. In einigen Bundesländern, u. a. Bayern, treten die Lockerungen gar erst nächste Woche in Kraft,  unter Umständen wird man dann sogar sehen, ob sich die Lage unterschiedlich entwickelt.

Am Dienstag hat die Landesregierung Baden-Württemberg die Maskenpflicht beschlossen. Dabei gilt, dass ab dem kommenden Montag, 27. April 2020, beim Einkaufen und im ÖPNV eine sogenannte Alltagsmaske getragen werden muss.

Noch am Anfang

Wir sind immer noch am Anfang der Coronakrise, und auch wenn der Lockdown bereits wieder teilweise aufgehoben wurde, ist nicht die Zeit von allen Seiten Forderungen zu stellen, ALLES wieder auf zu machen und den Lockdown zu beenden.

Die Landesregierung hat einen klaren Fahrplan vorgegeben:
seit Montag darf der Einzelhandel bis 800 m² bzw. seit Donnerstag mit Verkaufsflächen bis 800 m², sowie der Buch-, Fahrrad- und Autohandel wieder öffnen, mit entsprechenden Vorkehrungen zur Wahrung des Mindestabstands und der Hygiene. Des weiteren ist die Anzahl der Kunden zu begrenzen, als Richtwert gilt eine Person pro 20 m² Verkaufsfläche (inklusive Personal).

Andere Dienstleistungsbereiche und die Gastronomie müssen noch warten.

Sonderfall Gastronomie

Jetzt schon zu fordern die Gastronomie wieder vollständig zu öffnen ist nicht zielführend. Auch nicht wenn solche Forderungen solidarisch gemeint sind und in den sozialen Medien als Kettenbrief geteilt werden.

Abstand ist eine schwierige Sache wenn es um Geselligkeit geht, das passt nicht zusammen. In gemütlicher Runde etwas trinken oder gemeinsam essen, das geht nicht wenn man nach allen Seiten 1,5 m Abstand halten soll. Und wie sollen Servicekräfte am Tisch bedienen und dabei Abstand halten? Selbstbedienung ist auch keine wirkliche Alternative, denn auch dabei müssen Abstand, Hygiene usw. gewährleistet sein.

Wenn es für eine Branche besonders herausfordernd ist aus dem Lockdown herauszukommen, dann ist das die Gastronomie.

Es steht außer Frage, dass hier Existenzen auf dem Spiel stehen und man schon auch abwägen muss. Aber im Zweifel sollte die Gesundheit und das Leben aller immer mehr wert sein als das Interesse Einzelner.

Hier ist die Politik weiter gefordert um entsprechende Unterstützungen zu leisten.

Unsere Solidarität sollte weiterhin dem Schutz der Mitmenschen gelten, wir müssen uns weiter dafür einsetzen die Verbreitung von COVID-19 einzudämmen. Wenn die Gastronomie anfängt vollständig zu bewirten, dann ist dieses Ziel in Gefahr, denn die Erfolge die bis jetzt erreicht wurden, sind noch sehr fragil.

Schul- und Kitabetrieb

Weitere Herausforderungen, die in den nächsten Wochen und Monaten zu stemmen sind, ist die Etablierung eines geregelten Schulbetriebs und Durchführung der Prüfungen.  Auch für den Kita-Betrieb gibt es noch keine finalen Lösungen. Im Rahmen der erweiterten Notbetreuung steht etwa maximal ein Drittel der normalen Kapazitäten zur Verfügung. Das ist weit weg von dem was sich Betreiber und Familien vorstellen, ist aber ebenfalls der aktuell nicht zu gewährleistenden Sicherheit geschuldet. Erzieherinnen und Erzieher, Betreuerinnen und Betreuer haben denselben Anspruch auf Schutz wie die Kinder, und die verantwortlichen Stellen müssen noch auf viele Fragen die passenden Antworten geben. Es wird mit Hochdruck daran gearbeitet Lösungen zu finden.

Gemeinsam durch die Krise

Liebe Durmersheimer Bürgerinnen und Bürger, die letzten Wochen waren anstrengend, und wir müssen auch weiterhin Disziplin und Geduld aufbringen, denn es wird noch eine geraume Zeit brauchen um die Coronakrise zu bewältigen. Mit Zuversicht und Mut sowie mit Rücksicht und Verständnis füreinander kommen wir gemeinsam durch diese schwierige Zeit.

Herzliche Grüße
Michael Weber
Vorsitzender BuG

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